The Six String Six


Jede Sendung öffnen wir mit sechs Songs in der ersten Stunde – mal Klassiker, mal Geheimtipp, mal ein Stück, das ihr danach nicht mehr aus dem Kopf bekommt. The Six String Six ist unser Rückblick darauf: die sechs Songs des Abends, mit den Geschichten dahinter, den Fakten, die kein Algorithmus liefert, und den Fundstücken, die es nur bei Radio Six String gibt.


Die Playlist vom 09.09.2026

Bild: Neue Sendezeit Radio Six String: 20-22 Uhr, 2. & 4. Mittwoch

Die Frage über allem an diesem Abend: Wohin mit einer Welt, die bröckelt? Die erste Antwort lieferte der Atlas-Mythos – irgendwer muss die Welt ja tragen – und mit ihm The Dip und ihr erhebender Bläser-Soul „Atlas“, sieben Leute aus Seattle.

What´s This World Comin To

Chicago

Von dort ging es in eine kleine Liebeserklärung ans nächtliche Radio (Toms lange Rückfahrt nach einem Konzert in Emden, im Autoradio Live-Mitschnitte) und zur charmanten Gründungsgeschichte der Band: zwei WGs von Jazz-Studenten, die sich über die Gasse hinweg zusammentaten, weil sie auf Partys endlich etwas Tanzbares haben wollten.

Atlas

The Dip

Zurück in der Blueswelt dann Danielle Nicole & Luther Dickinson mit „Take Me Back“ – und eine dieser Verkettungen, für die Ole lebt: Luthers Vater Jim Dickinson saß einst am Klavier bei „Wild Horses“ von den Stones, weil sich der eigene Pianist an den vielen Mollakkorden störte und Keith Richards ihn kurzerhand aus dem Nebenraum holte. Der Song, live und analog in Kansas City eingespielt, führte zu einem Nachdenken über den Wert des Handgemachten – gerade im Zeitalter von KI.

Take Me Back

Danielle Nicole & Luther Dickinson

Dann in die raue Gegenwart: Whiskerman mit dem endzeitlichen „Lawless“, zurück in einen wilden Westen. Davor das vielleicht schönste Geplänkel der Stunde – Ole gestand, tatsächlich reiten und sogar voltigieren zu können, sehr zu Toms Erstaunen. Zur Musik gehörte ein kleiner Sitar-Exkurs (Beatles, „Paint It Black“, die Yardbirds) und der Hinweis, dass „Lawless“ aus einem Albumzyklus namens „American Hell“ stammt.

Lawless

Whiskerman

Toms zweiter Fund war Feeferella mit „Sheets to the Wind“ – einer Segler-Redewendung fürs Sturzbetrunkensein, also die augenzwinkernde Antwort: lasst euch einfach volllaufen. Die junge Künstlerin hat Social Media verstanden und Tom brachte eine herrliche Anekdote mit: eine Nacht im Gefängnis wegen 10 km/h zu viel, samt Katze, die der Officer mitnahm – der dann tatsächlich nach ihren TikTok-Followern fragte.

Sheets to the Wind

Feeferella

Den Schluss machte King Lazy Eye mit „Prizefighter“ von einem Musiker, der über die Comedy-Bühne kam. Und damit schloss sich der rote Faden: Was macht man mit einer bröckelnden Welt? Man boxt sich durch, steht wieder auf, lässt sich nicht kleinkriegen – und Kunst bringt Menschen zusammen, „mehr zu einem Wir als zu tausend Ich“.

Prizefighter

King Lazy Eye

Am Ende stand die Tür zur Zugabe schon offen, für einen weitgereisten Gast, benannt nach seinem Urgroßvater von der Insel Amrum. Aber das ist eine andere Stunde. Mehr dazu erfahrt Ihr hier.

Bild: Die Radio Six String Six - Die Songs zur Show vom 09.09.2026