Isabelle Gebhardt, Sängerin, Komponistin und Vocal-Coachin aus Hannover, gebürtig aus Hamburg. Seit ihrem 19. Lebensjahr lebt sie von der Musik – auf der Bühne und dahinter. Ein Gespräch über Kunst, Produzenten, Hannover und einer Kindheit, in der sie immer ein bisschen anders war, und wie sie daraus ihre persönliche Freiheit finden konnte.
Interview-Highlights
Isabelle war als Kind nicht die, die einfach mitlief. Sie hatte Freunde, aber sie ging schon früh ihren eigenen Weg – und das war nicht immer leicht. Im Gespräch erzählt sie, wie aus diesem frühen Anderssein die Idee wurde, die bis heute ihr Leben trägt.
Ich bin frei, und ich mach ein bisschen, worauf ich Lust habe, und erobere meine Welt. Und das ist bis heute so geblieben.
Genau darum geht es auch in „Into the Day“, dem Opener ihrer aktuellen EP „Values“: um Freiheit, um das Gefühl, mit Kinderaugen in einen Tag zu starten, der einem geschenkt wird. Naturverbunden, ein Tagmensch, jemand, der raus in die Sonne will – das ist der eine Wert, den sie für sich mitgenommen hat.
Der andere Wert ist schwerer erkämpft. „What I Owe to Myself“ entstand aus einer Zeit, in der es ihr nicht gut ging – und in der sie merkte, wie sehr sie sich selbst dabei aus den Augen verloren hatte. Kein Song, der sich selbst feiert – eher eine dankbare Bilanz: was sie sich selbst zu verdanken hat, nicht aus Eitelkeit, sondern aus der Erfahrung heraus, dass man sich das Wohlwollen sich selbst gegenüber manchmal hart erarbeiten muss.
Die Gefühle zu den Songs ändern sich ja immer wieder. Ein Jahr später blickt man wieder darauf, dann hypt man das wieder, und dann denkt man wieder: Ich habe auch schon mal bessere Sachen gemacht.
Was die beiden Songs verbindet, ist ein Thema, das Isabelle mehrfach von sich aus anspricht: das Loslassen. Songs sind für sie Moment-Aufnahmen eines Gefühlszustands – und genau deshalb muss man lernen, sie gehen zu lassen, obwohl (oder weil) sich das Gefühl dahinter längst wieder verändert hat.
Es entwickelt sich ein offenes Gespräch übers Fertigwerden, Veröffentlichen und Selbstständigsein – das ganze Gespräch lohnt sich und ihr könnt es hier direkt anhören – Kindheit, Freiheit, Selbstwert und die Frage: Was hat es eigentlich mit dem Margaretenhof auf sich?
Song-Tipps
Into the Day: Der Opener ihrer EP „Values“, geschrieben aus der Erinnerung an ihre Kindheit: Felder, Wiesen, das Elternhaus, die große weite Welt mit Kinderaugen gesehen. „That’s where I belong to, that’s where I can stay.“ Fantastischer Song, der es in die Radio Six String Daily Rotation geschafft hat.
What I Owe to Myself: Nachts entstanden, wie fast alle ihre Songs „fiebertraummäßig“, wie sie es nennt. Ein Song über Selbstwert, über eine schwierige Phase und darüber, was man sich selbst schuldet, wenn man sich lange vergessen hat.
Funkhaus-Konzert
Zum Abschluss schnappte sich Isabelle Gebhardt noch die Akustikgitarre. Drei Songs, spontan zusammengestellt: das fröhliche „Baby, It’s You“, das ruhige, heimatverbundene „Dreamin'“ und zuletzt „Goodbye“, ein Abschiedslied.
Ole ist dahingeschmolzen – und diesmal nicht vor der Hitze, sondern vor Freude. Insgesamt entstanden also drei Live-Aufnahmen bei uns im Studio. Eine findet ihr direkt hier, die beiden anderen warten auf euch auf unseren Social-Media-Kanälen. Reinschauen lohnt sich!