GODOTS sind eine Rockband aus Hannover. Fünf Musiker, zwei Alben und eine klare Haltung. Bei uns waren Sänger Borzy und Gitarrist Janni, und damit zum ersten Mal überhaupt eine Band bei Radio Six String. Ein Gespräch über einen Barspiegel, ein verpatztes Gitarrensolo und die Frage, wo man eigentlich anfängt.
Interview-Highlights
Bei dem Namen denken viele an Beckett. „Wir würden uns gerne auf die Fahne schreiben, dass das der ursprüngliche Gedanke war“, sagt Janni. Die Wahrheit hing aber im Probenkeller von Borzys Eltern: ein Southern-Comfort-Barspiegel mit dem alten Slogan „The Grand Old Drink Of The South“. Die Anfangsbuchstaben ergeben den Bandnamen.
Reiner Zufall, aber ein schöner. Überhaupt fußt die Geschichte der GODOTS auf so einigen glücklichen Zufällen. Noch ein Beispiel? Dass Borzy heute singt, verdankt er einem Schulauftritt: Direkt vor der Schulleiterin rutschte er im „Californication“-Solo in den falschen Bund. Danach war die Gitarre erledigt und der Gesang frei.
Da, wo man eben auch Leute erreicht. Und das ist halt in der eigenen Umgebung. Dass man für seine Prinzipien laut ist und denen treu bleibt.
Ihr aktuelles Album heißt „Where Do We Start?“. Den Titel fanden sie nachts in einer Bandunterkunft in Kassel, versteckt im Refrain von „Faded“. Nach dem Debüt „It’s Gonna Be OK“ war das für sie der nächste Schritt: Es wird schon, aber man muss etwas tun. Nur wo fängt man an?
Sie sind gemeinsam gewachsen, haben sich gegenseitig versucht die Welt zu erklären, als Band, beim Hinschauen. Heute ist für sie alles politisch: Sie schreiben über Wohnungslosigkeit, Seenotrettung, die Klimakrise und spielen Benefizkonzerte. Diese Band gibt an der Garderobe nur die Jacke ab, die Haltung behält sie an. Und weil sie das System kritisieren und trotzdem darin Musik machen, haben sie für sich eine ehrliche Antwort gefunden.
Wir sind einfach DIY. Wir veröffentlichen unsere Mucke selber, wir schreiben unsere Mucke selber. Wir haben die künstlerische Freiheit.
Ein offenes Gespräch über die Kraft von Musik und viele Anekdoten zum Lachen. Das ganze Gespräch, mit Hammond-Orgel im dritten Stock und dem ersten Spezi-Rider unserer Show-Geschichte, könnt ihr hier direkt anhören – inklusive der Live eingespielten Songs!
Song-Tipps
Faded: Der Opener von „Where Do We Start?“ und meistens auch der Set-Opener: Scream, Gitarrenwand, und los geht’s. Im Refrain steckt schon die Frage, die dem Album den Namen gab.
Kiss Me: Klingt erst mal nach dem Gegenteil von Wut, gehört aber genauso zum Repertoire der Band. Damit haben sie uns aus der Sendung geschickt – denn nicht immer ist alles Wut. Manchmal ist es auch einfach ein Kuss.
Funkhaus-Konzert
Eigentlich sollte das Live-Set am Ende kommen. Nach zwanzig Minuten haben die beiden den Plan fröhlich über den Haufen geworfen, und so gab es drei Akustik-Songs, verteilt über die ganze Stunde.
Den Anfang machte „It Ain’t Over“ vom Debüt, ein Song über den Traum von einer guten Zukunft. Ole und Tom durften den Mitsing-Part übernehmen, und mittendrin tauchte ein deutsches Stück Ton Steine Scherben auf: „Halt dich an deiner Liebe fest“. Danach kam die Ska-Nummer „Night On Malta“, diesmal ohne Bläser, aber zum Tanzen reichte es trotzdem.
Zum Schluss gab es eine echte Premiere: „Billions“, ein neuer Song, den es bisher nirgendwo gibt, und vorerst nur akustisch. Es geht um Monopole, um Milliardäre im All und um die einfache Rechnung „We are millions, while they are few with billions“. Unser Fazit: Diese Band funktioniert auch ohne Strom fantastisch.
Insgesamt sind drei Live-Aufnahmen bei uns im Studio entstanden. Diesmal machen wir eine Ausnahme: Die GODOTS machen alles selbst, vom Songwriting bis zur Veröffentlichung, und das passt zu ihrer Haltung. Musik gehört denen, die sie hören.
Deshalb könnt ihr alle drei Funkhaus-Songs hier nicht nur anhören, sondern auch herunterladen. „It Ain’t Over”, „Night On Malta” und die Premiere „Billions”, direkt aus unserem Studio auf eure Festplatte. Und wer die GODOTS danach live erleben will, weiß ja jetzt, wo man anfängt: beim nächsten Konzert.